Das Wetter hat Schuld, wenn ich in die geschlossene muss.
Ich kannt seit Wochen meine Weide nicht mehr richtig ab sammeln.
Danke Väterchen Frost! Hätte ich meine Pferde im Skigebiet halten wollen, wäre ich nach Ischgl gezogen.
Es war ein unmögliches unterfangen, in den Schneewehen und dem ständigen Neuschnee die Haufen zu lokalisieren.
Finde ich dann doch einen Haufen, ist er nicht selten am Boden fest gefroren. Ich muss meine Gerätschaften wohl oder übel um einen Eispickel erweitern.
Aus Panik vor dem Pferdeäppelarmageddon am Ende der Tabuwetterperiode, begebe ich mich trotzdem täglich auf meinen Weiden. Schadensbegrenzung so zu sagen.
So schreite ich wacker in meinen wunderschönen Gummipantoffeln mit der darauf farblich genau abgestimmten Mistkarre gen Weide. Den Handrechen und die Kinderharke im Anschlag.
Dumm nur, wenn man vergisst vorher das Weidezaungerät auszustellen.
Schön, dünkt es mir, als es mich mit gefühlten 12 Volt durchfährt, der Zaun hat die volle Hütesicherheit
Der Selbsttest ist eben einfach der sicherste.
Was mir bei dieser sprichwörtlichen ScheiXarbeit im Winter voll auf meine ohne hin nicht besonders ausgeprägten Nerven geht?!
Die gesamte in Deutschland überwinternde Vogelpopulation hat sich die Ausscheidungen meiner Pferde als Nahrungsquelle auserkoren.
Wenn ich auf die Weide komme, begibt sich das Schwingen tragende Pack Schuldbewusst auf die umliegenden Bäume.
Sie tun gut daran. Man könnte es Arterhaltung nennen. Das mordgierige Funkeln in meinen Augen dürfte vermutlich auch dem letzten gefiederten Freund nicht entgangen sein.
Kräh Kräh tönt es aus den kahlen Wipfeln, während ich ein Jäger aus Kurpfalz trällernd anrücke.
Was im übrigen so viel heißt, wie hihihihihihiihihihihihiihihihihihihihihih usw. usw.
Die an sich schon Recht stattlichen Haufen meiner Pferde werden, kaum das sie den Vierbeinern aus dem Rücken gefallen sind, auf der Suche nach fressbaren Haferrückständen von den geflügelten Luftratten akribisch seziert und flächendeckend ausgebreitet. Sie müssen schnell sein, sonst friert der Haufen Ruck Zuck fest und auch die Schnäbel der Vögel, haben keine Chance mehr. Das ist in so fern ausgleichende Gerechtigkeit.
Ich nenne diese riesigen Flächen gerne den braunen Teppich oder auf Neu Deutsch den Shitty Carpet.
Vielleicht geht es ja an mir vorüber und der lichten Grasnarbe ist es kühl? Biomasse soll bekanntlich ein guter Energieträger sein und meine heimische Vogelschar selber ein Teil dieser herrlichen Ammerschen (Anmerkung: Das Ammerland Landstrich in NDS auf Plattdeutsch) Natur will seinen Beitrag leisten?
Man weiß es nicht und wilde Spekulationen führen bei mir irgendwie nur zu noch tieferen Depressionen.
Besonders Hilfreich und gut benimmt sich diesbezüglich auch mein Wallach. Er beobachtet die Vögel ganz genau und man sieht es an seiner flachen Denkerstirn.
Es arbeitet !!!!!!!!!
Es muss doch einen Grund geben für die Besatzung der himmlischen Scharen?! Also wird jeder Haufen auch von Herbert noch mal genauestens unter die Nüster genommen. Da wird gescharrt und by the way, durch den nicht unwesentlichen punktuellen Druck des Pferdehufes das krümelige Zeug etwas tiefer mit Mutter Erde verbunden.
Zusammen mit dem Bodenfrost und Heureka, da macht Mutti das kratzen mit dem kümmerlichen Handrechen erst so richtig Spaß.
Ich sende ein Stoßgebet nach dem anderen an den lieben Herrgott. Auf das meine Sehenscheide bitte so belastbar wie Titanium sei und der Tennisarm mir fremd.
Leute, ich wünsche das es Sommer wird, denn die Käuferpopulation, welche die Arbeit der Flugratten nahtlos übernimmt, habe ich völlig verdrängt, als ich von einem schneidigen Jägersmann mit schneller Schrotflinte träumend meine zum bersten gefüllte Karre gen Heimat schiebe.
Tatsächlich, heute ist der 23.12.2009
Der Alljährliche Wahnsinn klopft an die Türe. So Lautstark, das sogar ich als bekennender Weihnachtsmuffel es nicht mehr überhören kann.
Ihr Lieben,
ich wünsche euch allen ein frohes und gesundes Weihnachtsfest.
Lasst euch nicht stressen und genießt die „besinnlichste“ Zeit des Jahres in vollen Zügen.
Ich Hoffe ihr wart alle ausreichend Artig und bekommt daher die Geschenke die ihr euch gewünscht habt.
Sollten es doch wieder Socken, unnötige Küchenmaschinen, Faltencremes, Geistes steigernde Heilwässerchen, Krawatten o.ä. Sein, wünsche ich euch die nötige Kraft gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Ihr wisst ja, der Gedanke zählt.
Frohe Weihnachten für euch und eure Lieben, lasst es euch gut gehen.
Losgelasseneheit ist ein vielfach fehlinterpretierter Begriff der Reitersprache, weil er oft mit Lösen verwechselt wird.
Richtiges und konsequentes Lösen eines Pferdes führt je nach Pferdetyp früher oder später zur Losgelassenheit seiner Muskulatur und im weiteren Dressuraufbau zur Durchlässigkeit.
Losgelassenheit ist die Grundlage der Reitpferdeausbildung und unabdingbare Voraussetzung für die Beherrschung der Muskeln für unwillkürlich zweckmäßige Bewegung, für freie Atmung, insgesamt also für Leistung und Erfolg der spätere Spezialisierung als Dressur-, Spring- oder Fahrpferdes.
Losgelassenheit ist weder etwas, was ein Pferd von Hause aus kann oder nicht kann noch etwas was es von Beginn seiner Grundausbildung schnell lernen könnte, sondern das Resultat von gymnastischer Übung und Erziehung. Richtig verstanden soll sowohl der Renngalopper in vollem Speed wie auch das durchtrainierte Fahrpferdoder das in hoher Versammlung piaffierende Pferd losgelassen sein. Und dafür ist höchste Anspannung bzw. Tätigkeit des gesamten Beuge und Streckmuskelsystems Bedingung. Ist unter reiterlicher Einwirkung die Fähigkeit zur Losgelassenheit erst einmal erlernt und dem Pferd zur Gewohnheit geworden, wird sie zu etwas Beständigem, ist also ab dann immer vorhanden, so fern sie nicht wieder durch mangelnde Übung, Unsicherheit, Schmerzen o.ä. Wieder verloren geht.
Losgelassenheit ist kein statischer Zustand! Ein Pferd das gerade den gymnastischen Anforderungen einer A Dressur Prüfung gerecht wird, verfügt nicht über die gleiche Losgelassenheit, (sprich Fähigkeit zur Muskelan- und Abspannung, wie ein Grand Prix Dressurpferd, dem ungleich höhere Tragkraft seiner Hinterhand abverlangt wird. Sofort verständlich wird das beim Vergleich mit dem Menschen: Ein Turner, der sich z.B zum Spagat trainiert benötigt dazu zweifellos eine losgelassene Muskulatur. Dennoch verfügt er zu nächst über einen geringeren Grad an Losgelassneheit, als ein Turner der den Spagat bereits ausführen kann.
Losgelassenheit beinhaltet nicht nur die Fähigkeit zum völlige Abspannen der Muskulatur, sondern auch das schwierigere Gegenteil: Die dem Pferd höchstmögliche Anspannung seiner Kräfte – und beides bei jeder ihm abverlangten Leistung! Das heißt auch bei der Geringsten z.B in seinem natürlichem Trab ohne Reiter muss das ununterbrochen im Sekunden Takt wechselnde An- und Abspannen der Muskeln mit der Regelmäßigkeit eines Uhrpendels erfolgen und ist sowohl Voraussetzung wie auch Garantie für den Geregelten Takt seines Ganges.
Bei Hochleistungen, wie z.B einer Galopppirouette, ist enormer Schwung also enorme Anspannung der Muskeln gefordert. Verliert das Pferd dabei seine Losgelassenheit, liegt das alleine daran, dass ihm aus Mangel an Kraft und Geschmeidigkeit das ruhige An- und Abspannen seiner Muskeln für eine derartige Anforderung (noch) nicht möglich ist.
Richtige Losgelassenheit bedeutet also nicht Spannungs- bzw. Haltungslosigkeit, sondern die völlige Hingabe der Kräfte an den jeweiligen Zweck. - was bei der Dressurarbeit jede Unterbrechung, des von den Hinterbeinen bis zu den Zügeln durch das Pferd hindurchfliessenden Schwunges ausschließt.
Voraussetzung für Losgelassenheit ist nicht nur, dass das Pferd jede Muskuläre Gegenwehr unterlässt, sondern auch, das kein teil seines Körpers wegen Steifheit, Ungeschicklichkeit oder wegen Fehlerhafter Einwirkung seitens des Reiters an der freien Entfaltung seiner natürlichen Bewegung behindert wird.
Die Kunst in der Reitpferdeausbildung liegt u.a. darin, Losgelassenheit gepaart mit Durchlässigkeit für fortgeschrittene Leistungeebenen zu erreichen bzw. zu erhalten. Dazu muss der Reiter ebenso einfühlsam wie fortgesetzt sein mit schwingendem Rücken gehendes Pferd treiben, um die Grenze der Momentanen Leistungsfähigkeit vorsichtig nach Oben zu verschieben. Das bedeutet zu gleich, dass er gerade um der Losgelassenheit Willen sein Pferd kontinuierlich versammeln muss.
Denn die Losgelassenheit beginnt, wenn die Hankenbeugung beginnt.
Der physiologische Effekt der Losgelassenheit:
Bei einer in den Hanken gebeugten Hinterhand üben die Kruppen- und Gesäßmuskeln einen stärkeren Zug nach Rückwärts auf die mit ihnen verbundenen Rückenmuskeln aus. Dabei dehnt sich die gesamte Streckmuskulatur von Sprung- Knie und Hüftgelenk über die Lendenpartie und Wirbelsäule bis zum Genick.
Die Hankenbeugung verhindert automatisch die dem Pferd gewohnte Gleichgewichtssituation und verlangt einem physikalischem Zwang zu folge den Gleichgewichtsausgleich. Dem kann das Pferd nur nach vorne leisten: durch ein Strecken von Hals und Kopf nach Vorwärts- Abwärts.
In dieser Körperhaltung, auch Dehnungsbereitschaft genannt, zieht das Nackenband die Rückenmuskeln in Entgegengesetzter Richtung, diese erhöhte Spannung, die elastisch ist und deshalb nichts mit Krampfhaftem festhalten zu tun hat, wird durch treiben in Anlehnung bzw. schwungvollen Gang erhalten. Und sie produziert eine hebelartige Wirkung des Halses und Kopfes auf die Hinterhand, deren Kraft sich dann im weiteren Ausbildungsverlauf von einer vorwärts schiebenden in eine tragende umwandelt.
Die Äußeren Anzeichen für den Beginn der Losgelassenheit sind der taktmäßige reine und freie Gang, der ruhig getragene und gleichmäßig pendelnde Schweif, das Abschnauben als Zeichen für unbeschwertes Durchatmen, das Abkauen, das Dehnen der Streckmuskulatur über die gesamte Wirbelreihe bis zum Genick, der schwingende Rücken, der den Reiter bequem sitzen lässt und mit in die Bewegung nimmt.
Deutliche Hinweise auf mangelnde Losgelassenheit sind ein schief getragener Schweif, Schweifdrehen (das oft mit Zähneknirschen einher geht, weil das betreffene Pferd sogar seine Kiefermuskeln krampfhaft festhält), so wie Taktmäßiges kauen, so wie Zungenstrecken, permanentes Schlauchgeräusch, Zackeln und Passgang.
Ähnlich dem Turner der durch konstante Dehnübungen letztlich Spagat beherrscht und ihn ab dann auf Kommando vorführen kann, ist auch beim Pferd Losgelassenheit wenn sie einmal erlernt und vom Reiter in der täglichen Dressurarbeit erhalten wird.
Allein die Definition dieses einzelnen Begriffes macht deutlich, wie schwer die Deutsche Reitlehre mit ihrer Ausbildungsskala zu verstehen und im Sattel umzusetzen ist. Aber das macht sie deshalb nicht weniger wahr und effizient. Das Problem ist nicht die Reitlehre, sondern Reitlehrer die sie nicht erklären können.
Mit diesem Wunsch im Bauch hatte ich seiner Zeit die Karten für das Gipfeltreffen Heuschmann und Karl in der Reiterstadt Verden gebucht. Ich wollte PK verstehen lernen. Wenigstens das, was Doktor Gerd an ihm schätzt.
Der Vortrag von Doktor Gerd, war wie gewohnt sehr schlüssig und von vielen frommen Wünschen zum Wohle der Pferde begleitet. Ich höre ihn ja gerne reden. Es ist ihm durchaus gelungen, die verallgemeinernden, manchmal etwas übertrieben polemisch formulierten Fingerzeige der Vergangenheit dieses Mal so zu verpacken, das seine Aussagen Allgemeingültigkeit hatten.
Um so bedauerlicher, dass er augenscheinlich seinen Vortrag stark kürzen musste. Den größten Raum hatte schließlich Herr Karl und eine mit 1:30 viel zu lange Mittagspause.Die hätte man Zugunsten Gerd Heuschmanns dringend verkürzen sollen.
Für mich hätte das Programm außerdem und fairerweise einen anderen Titel verdient.
"Die Schule der Legerete mit Anmerkungen zur Anatomie von Doktor Gerd" wäre rückblickend wohl weniger Irreführend.
Ich denke meine Enttäuschung wäre dann auch deutlich geringer ausgefallen. So hatte ich latent das Gefühl, der WuWei Verlag hat mit Speck Mäuse gefangen, die sonst nicht in "die Falle" gegangen wären.
Einen offenen Dissenz wie ich ihn eigentlich erwartet und erhofft hatte gab es jedenfalls nicht.
Statt dessen jede Menge Lippenbekenntnisse, die wir alle schon kennen und denen jeder Pferdefreund ohne wenn und aber zustimmen wird.
Oder war diese kleine "Rosstäuscherei" gar beabsichtig?
Ich frage mich das, weil in dem Vortrag von Doktor Gerd viele Grundsätzliche Aspekte guter Pferdeausbildung bestenfalls angerissen aber eigentlich gar nicht tiefergehender erläutert wurden. Immer mit dem Verweis auf die späteren Vorträge von Herrn Karl.
So fehlte mir in Gänze der Zusammenhang eines richtig gerittenen Pferdes und der Aspekt der Losgelassenheit als Basis guter Reiterei.
Es wurden zwar Bilder von relativer und Aktiver Aufrichtung gezeigt. Befremdlich da die Fotos zum Teil nur das Vorderpferd zeigten.
Alles was in irgendeiner Form die Bedeutung der Hinterhand hervorhebt, auch das Thema Bauchmuskulatur, wurde aus Zeitmangel übergangen.
Dabei ist das Wissen um diese Zusammenhänge essentiell und der Schlüssel für das Verständnis der Deutschen Reitlehre.
Den theoretischen Ausführungen des Herrn Karl konnte ich persönlich nur schwer folgen. Er vermied es ebenfalls gänzlich irgendwie Stellung zur Bedeutung der Hinterhand des Pferdes zu nehmen.
Ich gebe zu, es fiehl mir ohne hin sehr schwer einem Vortrag zu folgen, der eigentlich nur von belgischem Charme und Witz verpackter Polemik zu leben schien. Jedenfalls, fehlte es mir schlicht an anführen von stichhaltigen Argumenten und dem Aufzeigen kausaler Zusammenhänge. Statt dessen, nur Verweise auf das, was wir alle nicht wollen.
Beispiele schlechter Pferdeausbildung und deren Auswüchse.
Das wir die von Herrn Karl zu Recht angeprangerten Missstände nicht gut heißen, sollte klar sein und dürfte die gemeinsame Basis der anwesenden Besucher gewesen sein.
Weiterhin wenig authentisch fand ich die Tatsache, das Herr Karl seinen kompletten theoretischen Beitrag vom Blatt abgelesen hat.
Völlig unrelativiert sprach er zum Beispiel über die tiefe Hand und das sie dem Pferd Schmerzen und Leid zufügen würde.
Wie tief ist für Herrn Karl tief? Wie sieht dagegen eine in seinen Augen korrekt geführte Hand tatsächlich aus? Wann darf die Hand überhaupt mal stehen bleiben wie soll sie dem Maul folgen und wenn nicht, warum nicht? All diese Fragen blieben offen und das war beileibe nicht das einzige Beispiel für die Tasache das ich nun deutlich mehr Fragen als Antworten zu der Methode Karl habe.
Zu dem Block der Abkauübungen mag ich mich eigentlich nicht weiterführend äußern. Ich habe die Zusammenhänge nach wie vor nicht verstanden.
Ich erlaube mir aber trotzdem meine Meinung. So bleibt unter dem Strich, das was ich schon immer darüber dachte.
1. Ich habe nach wie vor nicht begriffen wofür man diese Übungen braucht. Nach meiner persönlichen Erfahrung bleibt das tätige Maul das unbedingte Ergebnis, eines sich unter dem Reiter losgelassen bewegenden Pferdes.
2. Es mag Ausnahmen geben, denen diese Übungen helfen sich zu lösen. Allerdings ist mir das Thema einfach zu speziell um eine Reitlehre darauf aufzubauen oder Abkauübungen gar als Grundlage oder Basis guter Pferdeausbildung zu sehen.
Warum ich ein Pferd lieber durch "gezuppel" im Maul lösen sollte, als nach klassischen Gesichtspunkten, konnte mir von Herrn Karl jedenfalls nicht schlüssig vermittelt werden. Sich losgelassen, locker und entspannt bewegende Pferde, gab es im Anschluss als Ergebnis auch nicht zu bewundern.
Den Beweis wie schwer dieses Thema zu sein scheint, hat Herr Herr Karl selber erbracht. Er musste sogar langjährigen Schülern für mein Geschmack zu häufig „beispringen“, weil sie die Übungen zu hart, zu ungenau, oder falsch anwendeten.
Die Gesichter der Pferde sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache.
Abschließen hat mich vor allem sehr verwundert wie unterschiedlich das „tätige“ Maul von Herrn Karl interpretiert wird. Was bei „seinen“ Pferden als Indikator für einen lockeren Unterkiefer gilt, bedeutet bei herkömmlich gerittenen Pferden Maulsperren, Unwohlsein und Stress. Ist in jedem Fall aber ein Zeichen von zu harter Einwirkung und würd von Pferdequälern durch den Einsatz von zu engen Nasen und Zusatzriemen unterbunden. Tja, so relativ kann Warnehmung oder Auslegung sein.
Was mir unangenehm aufgefallen ist. Es wurde ständig von Biegung gesprochen, gezeigt, wurden aber extrem abgestellte Hälse. Es wurde Schulterherein auf einem Kreisbogen oder Zirkel verlangt. Gezeigt wurden überstellte Hälse die zwangsläufig dafür sorgten, das die Pferde mit der Vorhand ausbrachen. Wahlweise sah mane heraustretenden, kreuzende Hinterbeine, mit der sich die Pferde jeglicher mir bekannter Gymanstizierung entzogen.
Wofür das alles gut sein sollte, blieb wie vieles andere im Dunkeln und wurde weder relativiert, erklärt oder gar korrigiert.
Herzerfrischend dagegen der kurze Einblick in die Arbeit von Herrn Peter Kreinberg. Schön zu sehen wie er nicht nur mit den Pferden interagierte sondern auch mit dem Publikum.
Es ist ihm gelungen mich neugierig zu machen. Auf ihn und seine Arbeit mit dem Pferd.
Zweifelsohne ein Pferdemann mit großem Pferdeverstand und einer tollen, entspannten Aura, die deutlich sichtbar auch auf sein Pferd übergriff.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Herr Karl prangert zu eng gehende und gerollkurte Pferde an. Zu Recht. Er weißt auf Misstände in der Reiterei hin. Zu Recht!
Das was er aber an diesem Tag in Verden verkauft hat, ist für mich unter dem Strich letztlich dasselbe, nur abgleitend in das andere Extrem. Da werden Köpfe und Hälse der Pferde in eine Position "gehoben" die zwar nicht "round an Deep" waren, die ich dafür aber als "up an High" bezeichnen würde.
Das Ergebnis ist nach meiner Ansicht offensichlich dasselbe. Von daher sehe ich in der Tat Gemeinsamkeiten, allerdings ausgerechnet mit dem, was Herr Karl so sehr verabscheut, und kritisiert.
Auch bei ihm wird die Pferdeausbildung auf die Kopf Hals Haltung reduziert. Selbige wird isoliert betrachtet, bearbeitet und bewertet. Absolut grundlegende Dinge, wie Losgelassenheit, Hinterhandaktivität, über den Rücken Gehen und die Reinheit der Gänge wurden mit keiner Silbe ins Verhältnis gesetzt oder gar mal erwähnt.
Es ist mir immer noch unbegreiflich, aber es wurde tatsächlich nicht ein einziges Mal der Begriff Losgelassenheit verwendet. Meinetwegen hätte man auch ein anderes Wort wählen dürfen, um sich von der FN abzuheben.
Eine Veranstaltung in der es außschließlich um die positive oder negative Bearbeitung des Vorderpferdes geht, hätte ich persönlich jedenfalls nicht gebraucht.
Zu mal auch diesbezüglich mit zweierlei Maß gemessen wurde. Das was bei den einen als Hui gewertet wird, ist bei den anderen Pfui.
Denn all das, was er anderen vorwirft, konnte ich bei seinen Schülern finden. Vom verworfenen Genick, über Passgang, festgehaltene Pferderücken, unglücklich und nervig auf dem Gebiss kauende Mäuler, rollende Augen.
Das schlimmste aber ist, daß nach meinem Dafürhalten das interessierte Publikum mit Halbwissen gefüttert wurde.
Hat man uns nicht zugetraut Zusammenhänge zu begreifen? Oder hatte man Sorge, das wir erkennen würden, wie PK s Demonstrationen dazu im Widerspruch stehen?!
Die Halle tobte, als PK zwei neue Schüler vorstellte. Diese sollten demonstrieren
wie sie früher mal geritten sind. Angeblich auf S Niveau im Sport. Schließlich haben sie heute ihren Irrweg erkannt und wollen sich nun von PK helfen lassen.
„Herein geturnt“ kamen genau die Reiter die auch auf ländlichen Turnfesten keine Erfolge hätten. Genau die Form der schlechten Reiterei, die man auch als FNler einfach nur schrecklich finden kann.
Die Art und Weise der Vorstellung war an Polemik kaum zu überbieten.
Dankenswerter Weise kam von Doktor Heuschmann die Anmerkung, er hätte sich im Gegenzug auch zwei Negativbeispiele falsch verstandener PK Reiterei nehmen können und diese dann nach seinen Maßstäben reiten lassen.
Ganz Genau! Ich habe mich ohnehin gefragt, warum er nicht an einem einzigen Pferd-Reiter-Paar seine Vorstellung eines gut gerittenen Pferdes demonstriert hat.
Das hätte vieles an diesem Tag relativieren können.
Im übrigen, eine postitive Veränderung, ein Vorher Nachher, im Sinne sich schön bewegender und zufrieden gehender Pferde gab es auch am Ende dieser Einheit nicht zu sehen.
So blieb es bei einer Vorführung von: so sollte es hüben wie drüben ganz gewiss nicht sein.
Vollständig zur Farce geriet die Veranstaltung, als ein Fremdpferd vorgestellt wurde, das auf M Niveau sei, den Wechsel aber nicht springe
Ein wirklich tolles Pferd, eine sehr gut sitzende und einwirkende junge Reiterin, super schöne elastische Grundgangarten.
Das Pferd war zugegebenermaßen relativ spannig.
Trotzdem zeigte der schicke Braune einen bemerkeswert guten Schritt und eine ordentliche Vorstellung.
Das Pferd stand brav an den Hilfen der Reiterin und hätte sie lösend geritten....wäre alles gut.
Es gab keine Rollkur, kein links rechts Felxionieren, kein übertriebenes zu eng gehen.
Das Pferd war schlicht und ergreifend nicht losgelassen. Kann in so einer Kulisse und ohne Lösungsphase schon mal passieren.
Hätte man sie darauf hingewiesen, das Pferd etwas locker in großen Bögen und mit vorfühlender Hand zu reiten, hätte man schon bald ein schönes Bild erhalten. Darauf wette ich.
Herr Karl bezeichnete die Reiterin als " nettes Opfer falscher Ideen". Schließlich würde sie ihr Pferd viel zu eng reiten. Warum Herr Heuschmann nicht spätestens HIER mal eingegriffen hat. Bleibt sein Geheimnis.
Herr Karl hat sich dann auf den schicken braunen gesetzt um uns zu demonstrieren, wie man es besser machen sollte. Dafür hat er meinen Respekt. Der Mann hat einen Ruf zu verlieren.
Das was er dann zeigte, tat mir allerdings körperlich schon selber weh. Innerhalb weniger Minuten ging das Pferd Pass, machte Taktfehler, die unter seiner Reiterin schlicht und ergreifend nicht da waren.
Das dann als von der Reiterin vorher gut kaschierte Fehler zu verkaufen, die PK erst aufdecken und dann korrigieren musste, ist nicht nur eine Frechheit, sondern zeigt mir, wie gut Herr Karl sich durch geschickt eingesetzte Polemik zu verkaufen weiß.
Man kann sicher nicht erwarten das PK Wunder bewirken kann. Handelt es sich doch in seinen Augen um ein Korrekturpferd.
Aber wenn seine Veränderungen darin bestehen, diesem Pferd die Reinheit der Gänge zu nehmen und das Pferd mit der Hand in eine aktive Aufrichtung zu heben.
Dann sage ich NEIN DANKE, hier ist der Tellerrand über den ich blicken wollte, schlicht nicht mehr vorhanden. Die Aktive Aufrichtung wurde vorher nämlich von beiden Herren zu Recht als falsch und schädlich dargestellt.
Verwunderlich also, das nur die Höhe des Genickes und die Weite der Ganasche den Unterschied machen soll?! So habe ich die klassische Reitlehre jedenfalls nicht Verstanden.
Nicht zu letzt war diese Demo für mich jedenfalls unter der Berücksichtigung gesamtpysikalischer Zusammenhänge absolut nicht nachvollziehbar.
Zum Schluss hatte ich gar den Eindruck, ich sei in einer völlig anderen Veranstaltung als die Referenten.
Herr Karl fragte plötzlich, wie sein in der Zwischenzeit im Publikum abgetauchter "Freund Gerd" diese Form der Dehnungshaltung fände.
Ganz ehrlich? Ich habe den ganzen Abend nicht ein einziges Pferd losgelassen oder wenigstens zwanglos erlebt und da die Dehnungshaltung das Ergebnis selbiger ist, habe ich also auch keine Dehnung gesehen.
Der braune Wallach zeigte so etwas wie Dehnung bestenfalls ein paar Tritte im Schritt, das aber auch bereits eingangs unter seiner Reiterin.
Als Herr Heuschmann dann aus dem Off begeistert antwortete, er liebe diese Dehnungshaltung, war für mich das Maß voll.
Die Demo mit PK´s Schülern habe ich mir dann nicht mehr angetan.
Ich fühlte mich nämlich schlicht und Ergreifend veräppelt, von einem Mann, denn ich bisher für seinen ünermütlichen Einsatz als aktive Stimme der Pferde und seine fachlichen Puplikationen sehr schätzte.
Vielen Dank an alle Daumendrücker.
Gonzo ist wieder zu Hause.
Es ist schon erschreckend wie sich die Augen eines Hundes verändern, durch so eine Sache.
Er liegt in seinem Korb und mag sich nicht rühren. Er atmet schwer und unregelmäßig.
Ich darf nicht außer Sicht geraten, dann fängt er an leise zu fiepen.
Es fällt mir sehr schwer das als "normalen" Zustand nach einer OP anzuerkennen und bin die ganze Zeit in "Hab Acht Stellung". Aber ich bin froh, das der dicke dem Schiksal ein Schnippchen schlagen konnte.
Nun muss er nur noch heilen.
Gonzo ist am letzten Wochenende unter die Pferde geraten.
Nun liegt er seit Sonntag in Oldenburg in der Klinik, wo versucht wird sein Kreislauf zu stabilisieren, damit er endlich OP tauglich wird.
Er hat gebrochene Rippen, daß Zwerchfell ist gerissen und er hat Luft in der Lunge.
Es sieht also nicht gut aus.
Falls es so etwas wie einen Gott wirklich gibt:
Bitte Lieber Gott, das hat er nicht verdient. Lass unseren Günther noch ein paar schöne Jahre haben. Lass ihn noch etwas bei uns bleiben.
Wir wollen ihn noch nicht vermissen müssen.
Sollte das nicht dein Wille sein, lass ihn nicht unnötig leiden und mach das die Ärzte eine klare Entscheidung treffen können.
Zahnkappen? Sattelkontrolle? verläuft eine Wasserader unter seinem Trog? Oder ist der Wetterumschwung schuld? Meine Osteo könnte ja auch mal wieder drauf gucken lassen, oder reite ich doch grottiger als ich ohne hin von mir denke?
Ich sinniere über den Grund den mein bisher tot braver Herbert haben könnte, vom Equiden Doctor Jekyll
in den diabolischen Mr Heyde zu mutieren.
Eine liebe Bekannte versuchte derweil meine Selbstzweifel zu zerstreuen und mich zu beruhigen, in dem sie mir versicherte, der "Gute" sei gerade in der Pubertät. Manch einen 5 Jährigen könne man eben nicht gebrauchen. Ich überlegte kurzzeitig, ob ich Herbert nicht tatsächlich einfach in die Ecke stellen sollte und dort Spinnenweben ansetzen lasse. Jedenfalls so lange bis er ein Jahr Älter und damit automatisch Weiser wird.
Aber von vorne:
Ich spüre das ja schon länger. Da hinten links im Gesäßknochen. Der Bursche wird seltsam.
Das fing mit einer gewissen spannigkeit an. Die habe ich mehr erahnt als wirklich reell wahrgenommen.
Soll heißen, Herbert hat eine relativ hohe Grundlockerheit, die es ihm verbietet „normal“ zu klemmen. Genau betrachtet, merkt man als Reiter das Ausmaß seiner Spannigkeit in der Regel erst dann, wenn man ungewollt den Boden küsst.
Allenfalls hat man dann noch die Gelegenheit sich verdattert zu fragen, wie es denn zu dieser ungewollten Demonstration der Gravitationskraft am eigenen Leibe kommen konnte.
Großartig Intervenieren ist jedenfalls nicht.
Ich hatte kürzlich das Vergnügen und landet mit einem Mustergültigen Flachköpper im Teppich.
Zu Recht irgendwie. Denn ich verfing mich mit meinem Fuß in den Überresten des alten Zauns. Dieser Rückstoß, so wie das Geräusch, des sterbenden Zauns, erschreckte das verspannte Füchslein so sehr, das er diese Spannung in lustige, Mehrdimensionale Bewegungen entlud.
Die freundlichen Beobachter erzählten mir später, das hätte Optisch etwas von einer Nurejew Persiflage in einem Travestie Theater gehabt.
Wie dem auch sei, diese Einlage war für mich nicht mehr zu sitzen.
Mein Therapeut sagt immer, ich müsse dringend lernen, immer das Positive aus jeder Situation zu ziehen.
Also gut Herr Doktor: Die Anschaffung des Swinggroundes hat sich bezahlt gemacht. Ich landete wenig elegant aber sehr weich auf meinem Steiß. Astreiner Reitplatzbelag das.
Das Füchschen verhielt sich Mustergültig, in dem es schnorchelnd zurück kam und sich fragend über mich beugte. Oder habe ich das etwa Fehlinterpretiert und er verbuchte das als Lernerfolg?
Ach nein, ich will ja positiv Denken. Toll, daß er zurück gekommen ist. Im Gelände ist solch Verhalten Gold wert.